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Medizinstudium

Zweitstudium Medizin – Alle Infos zum Quereinstieg

Ein Zweitstudium in Medizin bietet Absolventen eines ersten Studiums die Chance, eine medizinische Laufbahn einzuschlagen. Da die Studienplätze in dieser Sonderquote streng begrenzt sind, ist eine strategische Bewerbung entscheidend. In diesem Artikel erfährst du alles über Zulassungskriterien, Bewerbungsprozess und Finanzierungsmöglichkeiten.

Nils-Andre Stritt
Nils-Andre Stritt
Medizin als Zweitstudium.
Medizin als Zweitstudium.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Zweitstudium Medizin ist für Absolvent*innen eines Erststudiums eine Möglichkeit, in die Medizin einzusteigen.
  • Nur ca. 3 % der Studienplätze werden in dieser Sonderquote für Zweitstudienbewerber*innen vergeben
  • Die Zulassung erfolgt über ein Punktesystem mit strengen Kriterien.
  • Wissenschaftliche oder berufliche Gründe erhöhen die Chancen, etwa für eine akademische Laufbahn oder spezielle Tätigkeiten im Gesundheitswesen.
  • Bewerbungen laufen über Hochschulstart, Fristen sind der 15. Juli (Wintersemester) und 15. Januar (Sommersemester).
  • Finanzierungen über BAföG sind meist nicht möglich, Alternativen sind Studienkredite, Stipendien oder Nebenjobs.
  • Nach dem Studium hat man ausgezeichnete Karrierechancen in der Patientenversorgung, Forschung, Pharmaindustrie oder im Gesundheitsmanagement mit hohen Verdienstmöglichkeiten.

    Ein Zweitstudium in Medizin eröffnet Absolventen eines ersten Studiums die Möglichkeit, eine medizinische Laufbahn einzuschlagen. Da die Vergabe der Studienplätze in dieser Sonderquote jedoch streng reguliert ist, stehen nur etwa drei Prozent der Studienplätze für Zweitstudienbewerber zur Verfügung.

    Die Zulassungskriterien basieren auf einem Punktesystem, das die Abschlussnote des Erststudiums sowie die individuellen Bewerbungsgründe berücksichtigt. Besonders hoch gewertet werden wissenschaftliche und berufliche Gründe, etwa wenn das Medizinstudium für eine angestrebte akademische Laufbahn oder eine spezifische Tätigkeit im Gesundheitswesen erforderlich ist. Daher ist eine sorgfältige Vorbereitung der Bewerbungsunterlagen essenziell.

    Für die Einstufung in die Vorklinik ist die Anrechnung von Studienleistungen entscheidend. Bewerber*innen müssen nachweisen, dass sie bestimmte „große“ und „kleine“ Leistungsnachweise (Scheine) erbracht haben. Ein Wechsel aus einem ausländischen Medizinstudium nach Deutschland kann in manchen Fällen Wartezeiten verkürzen und den Einstieg erleichtern.

    Dieser Artikel liefert einen umfassenden Überblick über das Zweitstudium Medizin, von den Voraussetzungen und dem Bewerbungsprozess bis hin zu Auswahlverfahren, Finanzierungsmöglichkeiten und Alternativen im Ausland. So erhältst Du alle wichtigen Informationen, um den besten Weg für Deinen Quereinstieg in die Medizin zu planen.

    Human- oder Zahnmedizin als Zweitstudium.
    Human- oder Zahnmedizin als Zweitstudium.

    Was ist ein Zweitstudium in der Medizin?

    Ein Zweitstudium in der Medizin repräsentiert ein Studium, welches nach dem Abschluss eines ersten Studiums aufgenommen wird. Es unterscheidet sich von postgradualen Studiengängen, indem man bei einem Zweitstudium von Anfang an beginnt. Dies bedeutet, dass man nicht auf einem vorherigen Abschluss aufbaut.

    Es gibt vielfältige Gründe, warum sich Personen für ein Zweitstudium in Humanmedizin oder Zahnmedizin entscheiden. Zu diesen Gründen zählen der Wunsch nach beruflicher Neuorientierung, das Streben nach vertiefter fachlicher Expertise oder der Erwerb von Querschnittskompetenzen an der jeweiligen Uni.

    Unterschiede zum Erststudium

    Obwohl Erst- und Zweitstudium formal gleichwertig sind und zu denselben Abschlüssen führen, bestehen Unterschiede. Besonders in gefragten Studienfächern wie Medizin gelten für Zweitstudierende spezifische Zulassungsvoraussetzungen und Auswahlkriterien für die Hochschule.

    Es gibt auch Unterschiede in der Finanzierung. Im Gegensatz zum Erststudium, wo BAföG beantragt werden kann, haben Zweitstudierende keinen Anspruch. Zweitstudienbewerber erhalten selten Stipendien.

    Mögliche Karrierewege

    Mit einem Zweitstudium in der Medizin eröffnen sich vielfältige Karrierechancen. Nach dem Abschluss und der Approbation kann man als Ärztin oder Arzt in verschiedenen Fachrichtungen arbeiten. Es besteht auch die Möglichkeit, sich zum Facharzt weiterzubilden oder in der medizinischen Forschung zu arbeiten.

    Durch die Kombination von Kenntnissen aus dem Erststudium und der im Zweitstudium erworbenen Expertise entstehen spannende Möglichkeiten. Besonders interessant sind dabei die Schnittstellen zwischen verschiedenen Disziplinen, wie der Medizintechnik oder dem Gesundheitsmanagement. Vor dem Zweitstudium solltest du auf jeden Fall eine ausführliche Studienberatung in Anspruch nehmen, um die Zugangsvoraussetzungen und den Bewerbungsprozess genau zu verstehen.

    Die Vergabe der Medizinstudienplätze für Zweitstudienbewerber ist stark reglementiert und orientiert sich an einem Punktesystem, das Aspekte wie den Studienabschluss, die Note des Erststudiums sowie die wissenschaftliche oder berufliche Begründung für das Zweitstudium bewertet. Gerade an renommierten Hochschulen wie der Charité sind die Plätze hart umkämpft, weshalb eine strategische Bewerbung essenziell ist.

    Kann ein Bachelor oder Masterstudium anerkannt werden?

    Ein abgeschlossenes Bachelor- oder Masterstudium kann je nach Fachsemester und Hochschule teilweise anerkannt werden, insbesondere wenn es sich um verwandte Fachbereiche wie Molekularmedizin, Gesundheitswissenschaften oder Medizintechnik handelt. Besonders in der Europäischen Union gibt es zudem alternative Wege ins Medizinstudium, die je nach Hochschulabschluss und Abiturnote variieren.

    Wer eine Karriere als Mund-Kiefer-Gesichtschirurg oder in anderen spezialisierten medizinischen Fachrichtungen anstrebt, sollte sich frühzeitig über die zahlreichen Qualifikationen und speziellen Anforderungen informieren. Viele Webseiten der Universitäten bieten detaillierte Einblicke in den Aufnahmeprozess und die Grundlagen der Studienplatzvergabe, um sich optimal vorzubereiten.

    Allgemeine Zugangsvoraussetzung für die Aufnahme

    Die Zulassung erfolgt über ein Punktesystem. Das Punktesystem berücksichtigt die Abschlussnote und die Motivation für das Zweitstudium. Besonders gut notierte Absolventen medizinischer Fächer haben bessere Chancen. Die begrenzte Zweitstudienquote von 3% führt zu strengen Auswahlkriterien.

    Fachspezifische Anforderungen

    Es gibt verschiedene Gründe für ein Zweitstudium, die unterschiedlich bewertet werden:

    • Zwingende berufliche Gründe (9 Punkte)
    • Wissenschaftliche Gründe (7-11 Punkte, je nach Gewichtigkeit und Leistungen)
    • Besondere berufliche Gründe (7 Punkte)
    • Sonstige berufliche Gründe (4 Punkte)
    • Sonstige Gründe (z.B. bis zu 2 Punkte Zuschlag für Wiedereingliederung nach Familienphase)

    Die Bewerbung erfolgt über Hochschulstart. Bewerber müssen Nachweise als PDF-Dokumente hochladen. Die Frist für die Antragstellung endet am 15. Juni für das folgende Wintersemester.

    Anerkennung von vorherigen Studienleistungen

    Studienleistungen aus dem Erststudium können nach ECTS anerkannt werden. Dass verkürzt die Studiendauer. Für Ärzte, die Zahnmedizin studieren möchten, gibt es spezielle Regelungen zur Anerkennung und Verkürzung der Studienzeit. Die Zulassung zum Zweitstudium Medizin unterliegt strengen Anforderungen.

    Studiengänge und Spezialisierungen

    Ob Human- oder Zahnmedizin – beide Studiengänge bieten eine umfassende Ausbildung, die mit dem Staatsexamen abschließt. Die Regelstudienzeit beträgt 6 Jahre und 3 Monate, inklusive des praktischen Jahres und der abschließenden Prüfung.

    Im Laufe des Studiums durchlaufen angehende Mediziner verschiedene Abschnitte. Zunächst steht der vorklinische Teil auf dem Programm, der in der Regel 4 Semester umfasst. Hier werden grundlegende naturwissenschaftliche Kenntnisse vermittelt, die für das spätere Verständnis der medizinischen Zusammenhänge unerlässlich sind. Nach bestandenem ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung folgt der klinische Abschnitt, in dem 22 Fächer und 14 Querschnittsbereiche zu belegen sind.

    Beliebte Spezialisierungen im Medizinbereich

    Im klinischen Studienabschnitt können Studierende erste Schwerpunkte setzen und sich mit verschiedenen Fachrichtungen vertraut machen. Zu den beliebten Spezialisierungen zählen unter anderem:

    • Chirurgie
    • Innere Medizin
    • Pädiatrie
    • Gynäkologie
    • Neurologie
    • Psychiatrie
    • Labormedizin
    • Radiologie
    • Pathologie

    Eine tiefergehende Spezialisierung erfolgt jedoch meist erst im Rahmen der Facharztausbildung nach erfolgreichem Abschluss des Studiums. Hier können angehende Mediziner ihr Wissen in einem spezifischen Bereich vertiefen und sich auf die Behandlung bestimmter Krankheitsbilder fokussieren.

    Praktische Erfahrungen sammeln

    Neben der theoretischen Ausbildung legt das Medizinstudium großen Wert auf die Vermittlung praktischer Fertigkeiten. Im Rahmen von Famulaturen, die über insgesamt 4 Monate absolviert werden müssen, schnuppern Studierende in den Klinikalltag hinein. Das Praktische Jahr (PJ) im letzten Studienabschnitt ermöglicht es ihnen schließlich, ihr erworbenes Wissen anzuwenden und wertvolle Erfahrungen in verschiedenen Fachabteilungen zu sammeln. Insgesamt umfasst das PJ 48 Wochen, aufgeteilt in drei Tertiale von je 16 Wochen.

    Praktische Erfahrungen sammeln

    Bewerbungsverfahren und Fristen

    Die Bewerbung für ein Zweitstudium Medizin erfolgt über hochschulstart im Dialogorientierten Serviceverfahren (DoSV). Dabei müssen verschiedene Bewerbungsunterlagen eingereicht werden. Dazu zählen der Antrag, Nachweise über das Erststudium und die Abschlussnote sowie eine Begründung für das Zweitstudium. Zusätzlich können Gutachten, Arbeitszeugnisse oder Referenzen beigelegt werden, um die Begründung zu unterstützen.

    Die Bewerbungsfristen sind entscheidend. Für das Wintersemester endet die Bewerbungsfrist am 15. Juli. Im Sommersemester ist der 15. Januar der Stichtag. Nach Prüfung der Unterlagen erfolgt eine fachbezogene Entscheidung über die Zulassung zum Zweitstudium.

    Schritt-für-Schritt Anleitung zur Bewerbung

    1. Registrierung im DoSV-Portal von hochschulstart
    2. Ausfüllen des Online-Antrags
    3. Hochladen der erforderlichen Dokumente (Erststudium, Abschlussnote, Begründung, Gutachten, Arbeitszeugnisse, Referenzen)
    4. Überprüfung und Absenden der Bewerbung

    Wichtige Fristen beachten

    • Wintersemester: Bewerbungsschluss 15. Juli
    • Sommersemester: Bewerbungsschluss 15. Januar
    • Nachreichung fehlender Unterlagen für Alt-Abiturient*innen: 15. Juni
    • Nachreichung fehlender Unterlagen für Neu-Abiturient*innen: 20. Juli

    Häufige Fehler im Bewerbungsverfahren

    Bewerber müssen eine überzeugende Begründung für das Zweitstudium vorlegen. Lücken im Lebenslauf oder unvollständige Nachweise über das Erststudium können zur Ablehnung führen.

    Finanzierung des Zweitstudiums Medizin

    Ein Zweitstudium in der Medizin stellt definitiv einige finanzielle Herausforderungen dar. Neben den Semesterbeiträgen und der Krankenversicherung fallen Kosten für Miete und Lebensunterhalt an.

    Die Selbstfinanzierung durch Nebenjobs ist eine Option, um die Kosten zu decken. Bildungskredite, wie der KfW-Studienkredit, bieten ebenfalls eine Lösung. Mit einer maximalen Kreditsumme von 54.600 Euro über bis zu 14 Semester. Die Rückzahlungsfrist kann bis zu 25 Jahre betragen. Wie Du Dein Medizinstudium finanzieren kannst, haben wir ebenfalls in dem vorherig verlinkten Beitrag näher erklärt.

    Stipendien und Förderungen

    Stipendien für Zweitstudiengänge sind selten, doch es gibt dennoch einige wenige Möglichkeiten. Das Deutschlandstipendium und Förderungen durch Begabtenförderungswerke sind beispielhaft. Auch das elternunabhängige BAföG kann in bestimmten Ausnahmefällen eine Option sein, wenn das Zusatzstudium für den angestrebten Beruf erforderlich ist.

    Weitere Finanzierungstipps

    • Überbrückungshilfe beantragen
    • Kosten für das Zweitstudium als Werbungskosten/Fortbildungskosten von der Steuer absetzen
    • Kindergeld bis zum 25. Lebensjahr beantragen (bei unter 20 Wochenstunden Arbeit)
    • Werkstudentenjobs oder 450-Euro-Nebenjobs nutzen

    Mit der richtigen Planung und Kombination verschiedener Finanzierungsmöglichkeiten lässt sich der Traum vom Zweitstudium Medizin verwirklichen.

    Praktika und praktische Erfahrungen

    Praktische Erfahrungen sind ein zentraler Aspekt des Medizinstudiums. Sie sind entscheidend für den Einstieg in den Beruf. Während des Studiums sammelst du Erfahrungen durch Pflichtpraktika, Wahlfamulaturen und das Praktische Jahr.

    Pflichtpraktika sind integraler Bestandteil des Lehrplans. Sie finden oft an der Universität oder in kooperierenden Kliniken statt. Ziel ist es, grundlegende medizinische Fähigkeiten zu erlernen und Theorie und Praxis zu verbinden. Ein Schlüsselpraktikum ist das Krankenpflegepraktikum, das oft vor dem Studium absolviert wird.

    Praktische Erfahrungen im Krankenhaus.
    Praktische Erfahrungen im Krankenhaus.

    Wahlfamulaturen für individuelle Schwerpunkte

    Wahlfamulaturen erlauben dir, deine Interessen zu vertiefen. Sie bieten Einblicke in spezifische Fachbereiche. Diese Praktika finden in Kliniken, Praxen oder Forschungseinrichtungen statt. Sie ermöglichen wertvolle Kontakte für deine Karriere. Die Suche nach einem passenden Famulaturplatz erfordert Eigeninitiative und Durchhaltevermögen. Wenn Du Interesse hast eine Famulatur im Ausland zu absolvieren, empfehlen wir unseren Partner travel4med.

    Tipps für die erfolgreiche Praktikumsplatzsuche

    Um einen begehrten Praktikumsplatz zu ergattern, ist eine überzeugende Bewerbung entscheidend. Ein aussagekräftiger Lebenslauf und ein individuelles Motivationsschreiben sind sehr wichtig. Das Motivationsschreiben sollte dein Interesse und deine Eignung für die Stelle hervorheben.

    Initiativbewerbungen können sich lohnen, besonders bei Einrichtungen, die dich begeistern. Nutze Netzwerke, persönliche Kontakte und Online-Plattformen, um auf freie Plätze aufmerksam zu werden.

    Praktika und praktische Erfahrungen sind unverzichtbar, um sich optimal auf die spätere Tätigkeit als Arzt oder Ärztin vorzubereiten. Sie helfen dir, deine Stärken und Interessen zu entdecken und bieten einen Einblick in den Berufsalltag.

    Berufsaussichten nach einem Zweitstudium

    Ein erfolgreich abgeschlossenes Zweitstudium im Bereich Medizin eröffnet Absolventen vielfältige Karrieremöglichkeiten im Gesundheitswesen. Nach dem Studium stehen ihnen verschiedene Wege offen, um ihre berufliche Laufbahn individuell zu gestalten und weiterzuentwickeln. Die Kombination aus dem medizinischen Fachwissen des Zweitstudiums und den Kenntnissen aus dem Erststudium bietet eine solide Grundlage für spezialisierte Karrierewege in der Patientenversorgung, Forschung oder im Gesundheitsmanagement.

    Arbeitsmarkt und Karrieremöglichkeiten für Mediziner mit Zweitstudium

    Der deutsche Arbeitsmarkt bietet Medizinern mit einem Zweitstudium zahlreiche Optionen für eine erfolgreiche Karriere. Besonders gefragt sind Fachärzte in Bereichen mit steigender Patientennachfrage wie Innere Medizin, Allgemeinmedizin oder Anästhesie. Eine Facharztweiterbildung ist daher eine der häufigsten Entscheidungen nach dem Studienabschluss.

    Ein weiterer möglicher Karriereweg ist die Niederlassung in einer eigenen Praxis. Mediziner, die eine unternehmerische Tätigkeit anstreben, können eine Praxis übernehmen oder eine Eigene gründen. Hierbei ist nicht nur medizinisches Know-how gefragt, sondern auch wirtschaftliche und organisatorische Kompetenz, um eine erfolgreiche Praxis zu führen.

    Neben der klassischen Patientenversorgung ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten in der wissenschaftlichen Forschung. Viele Universitäten und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen suchen Mediziner, die an der Entwicklung neuer Therapien, Medikamente oder innovativer Behandlungsmethoden mitwirken. Das ist besonders für diejenigen von Interesse, die bereits in ihrem Erststudium wissenschaftliche Methoden kennengelernt haben und nun an der Schnittstelle von Medizin und Wissenschaft arbeiten möchten.

    Der öffentliche Dienst bietet ebenfalls attraktive Berufsmöglichkeiten für Mediziner mit einem Zweitstudium. Behörden, Ministerien und Gesundheitsämter benötigen Fachkräfte, die medizinische Sachverhalte bewerten und gesundheitspolitische Maßnahmen erarbeiten. Auch in der pharmazeutischen Industrie sind Mediziner gefragt – hier arbeiten sie in der klinischen Forschung, in der Arzneimittelzulassung oder im Bereich der medizinischen Beratung.

    Branchen und Tätigkeitsfelder für Mediziner

    Mediziner mit einem abgeschlossenen Zweitstudium sind nicht nur auf die traditionelle Patientenversorgung beschränkt. Durch ihr erweitertes Wissen aus dem Erststudium ergeben sich zahlreiche weitere Tätigkeitsfelder:

    • Medizinische Forschung: Arbeit an Studien zu neuen Therapien, Medikamenten oder diagnostischen Verfahren
    • Gesundheitsmanagement: Tätigkeiten in Krankenhausverwaltungen, Krankenkassen oder Gesundheitsbehörden
    • Lehre und Ausbildung: Dozententätigkeiten an Hochschulen oder die Ausbildung von medizinischem Fachpersonal
    • Pharmaindustrie und Medizintechnik: Entwicklung neuer Medikamente, medizinischer Geräte und digitaler Gesundheitslösungen

    Die Vielfalt an Möglichkeiten zeigt, dass der Abschluss eines Medizinstudiums in Verbindung mit einem Erststudium in einem anderen Fach zahlreiche neue Perspektiven eröffnet. Besonders in Deutschland, wo der Fachkräftemangel in vielen medizinischen Bereichen spürbar ist, gibt es hohe Nachfrage nach gut ausgebildeten Medizinern mit zusätzlichen und auch einzigartigen Qualifikationen.

    Tipps für den Berufseinstieg

    Wir empfehlen dir, während des Studiums frühzeitig Kontakte zu knüpfen und praktische Erfahrungen zu sammeln. Praktika, Famulaturen oder Tätigkeiten als wissenschaftliche Hilfskraft bieten dir wertvolle Einblicke in verschiedene Berufsfelder und helfen dir, dein Netzwerk auszubauen.

    Wenn du deine berufliche Zukunft gezielt gestalten möchtest, ist es sinnvoll, dich schon im Studium auf ein Fachgebiet zu fokussieren. Indem du dich in einem bestimmten Bereich spezialisierst und praktische Erfahrungen sammelst, erhöhst du deine Chancen, später in einer gefragten Fachrichtung mit attraktiven Verdienstmöglichkeiten tätig zu werden.

    Insgesamt eröffnet ein Zweitstudium in Medizin eine Vielzahl an Möglichkeiten – sowohl in der Patientenversorgung als auch in Forschung, Wissenschaft oder Management. Absolventen profitieren von ihrer interdisziplinären Ausbildung und können ihr Wissen in unterschiedlichen Bereichen gewinnbringend einsetzen. Wer frühzeitig klare Ziele setzt und aktiv an seiner Karriere arbeitet, hat beste Chancen auf eine erfolgreiche Zukunft im Gesundheitswesen.